Leserbriefe und Postings

23
Sep
2008

Ehrbarer Kapitalismus

Der Kapitalismus hat seine Ehrbarkeit verloren“, beklagt in der Süddeutschen Zeitung Gustav Seibt.
Und dann weint er – schriftlich – um die guten alten Zeiten, wo der Kapitalist noch selbst ausgebeutet hat und nicht ausbeuten ließ und weist mit dem Finger auf die Hauptschüler, die so teure Handys haben und auch gierig sind. Man glaubt es nicht. Allen Anfertigern der herrschenden Meinung geht der Arsch mit Grundeis.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/345/311268/text/
Ich habe auch ein bisschen gepostet
„Ein herrlicher Sermon – so als hätte der Kapitalismus nicht ständig Opfer gekostet – bis auf den heutigen Tag. Ehrbarkeit – wie herrlich.

Und wie er den Menschen die Leviten liest und über die Gier bei Arm und Reich lamentiert. Niemand entkommt dem Seibtschen Bannstrahl. Ehrlich, muss das sein?

Rettet den Kapitalismus oder besser noch – sonntagspredigermäßig – Betet für ihn. Amen!“

19
Sep
2008

Münte und Steinmeier

Kommentar zu einem Beitrag in "Die Zeit"

Es kann ja sein, dass man naiv ist, wenn man das Bild, das die SPD mit ihrer Politik gegenwärtig bietet, abscheulich findet. Berechtigt wird wohl der Einwand sein, dass auch andere Parteien ... siehe Berliner CDU ... und so weiter. Aber, man ist wie man ist und guckt sich jene an, die Solidarität im Munde führen.

Die ganze SPD-Aktion und vor allem der sich so bieder gebende Müntefering machen mir schlicht und ergreifend einen Würgereiz. Einer der so volkstümlich, so Eins in Eins mit den Genossen tut und sich so „drüber“ dünkt, so viel weitsichtiger, als das dumm im Tal stehende Stimmvieh, das noch hinauf auf die Höhen der gegenwärtigen Machtkämpfe gezwungen werden muss. Diese Kante zeigen und Geschlossenheit und Arm in Arm – Politik wird dadurch nicht menschennäher und wärmer, sondern abstoßend und albern.

Schon Günter Gaus hat – als er vor vielen Jahren den Müntefering in seiner Sendung „Zur Person“ befragt hat, ihn immer wieder mahnen müssen, die gestanzten Floskeln zu vermeiden. Er tat damals als wisse er nicht, was gemeint ist, So tut er auch jetzt. Der ist in seinem Element. Er weiß oder meint zu wissen, was das Volk will und dass das Volk schnell vergisst. Er liebt es dafür und er verachtet es dafür. Das kommt mir aus anderen Zeiten alles sehr und unappetitlich bekannt vor.

Ich glaube deshalb nicht, dass Müntefering ein „Münte“ ist . Dessen Namen sollte man schon in voller Länge aussprechen, weil er in aller Ausführlichkeit wenig von jemandem „wie Du und ich“ hat, auch wenn er so tut. Dieses andauernde „So tun als ob“ nun wieder ist ein weiterer Grund, dass einen diese ganze Veranstaltung so suspekt ist.
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